Interview mit Matthias Weigele zur Arbeitsplatzsituation bei EWS

Matthias Weigele, Geschäftsführer EWS Weigele GmbH & Co. KG.

Durch die enge Verzahnung internationaler Unternehmen und daraus folgenden Abhängigkeiten hat die Wirtschaft derzeit mit einer schwierigen Beschaffungslage zu kämpfen. Zudem stellt der Krieg Russlands gegen die Ukraine Firmen vor herausfordernde Entscheidungen. Wie das Uhinger Werkzeugbauunternehmen EWS im Zusammenhang der weltpolitischen Lage verfährt und was das für die Sicherheit der lokalen Arbeitsplätze bedeutet, berichtet Geschäftsführer Matthias Weigele im Interview.

 

Outsourcing war lange Zeit ein großes Thema bei vielen Firmen aufgrund von Kostendruck und kürzeren Warenflüssen. Insbesondere durch die Corona-Pandemie zeichnet sich nun schon länger ab, welche Risiken eine globalisierte Fertigungskette birgt. Was bedeutet das für EWS?

Matthias Weigele: Wir bei EWS haben zu allen Zeiten unserer Firmengeschichte darauf geachtet, den Anteil der Eigenfertigung in Uhingen hochzuhalten. Dass dadurch die Abhängigkeit von externen Lieferanten gering ist, zeichnet uns sicher ein Stück weit aus. Auf der anderen Seite sind auch wir auf die globale Lieferkette angewiesen, nehmen wir als Beispiel nur die Rohstoffe. Insbesondere dann, wenn unsere Kunden unter den Engpässen leiden, trifft es natürlich auch uns, da keine Invests anstehen.

 

Welche Auswirkungen hat das aktuelle Weltgeschehen konkret auf die Arbeitsplatzsituation bei EWS?

Matthias Weigele: Ich kann nur aus der Vergangenheit auf die Zukunft schließen. Die Corona-Pandemie und die Lockdowns haben bei uns zu keinerlei Entlassungen geführt. Wir sind ein Familienunternehmen, stehen zueinander und begegnen den Herausforderungen gemeinsam. Das möchte ich auch in Zukunft so halten.

 

Was macht EWS denn richtig, dass die Arbeitsplätze hier trotz zahlreicher Krisen stabil sind?

Matthias Weigele: Wir achten sehr auf eine solide Finanzpolitik und stellen das Wohl unserer Mitarbeiter über das Ziel der Gewinnmaximierung. Generell sollten wir Europäer die Lehren aus der jüngsten Erfahrung ziehen und nicht alles aus der Hand geben, oder besser gesagt, wesentliche Technologien wieder zurückholen.

 

In Russland arbeitet EWS mit einer Vertriebstochter zusammen. Wie geht EWS mit dieser Zusammenarbeit nun um?

Matthias Weigele: Die Situation ist sehr schwierig. Unser Team in Russland hat bisweilen hervorragende Arbeit geleistet und wir werden unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht im Stich lassen. Allerdings können und wollen wir in Anbetracht der Situation derzeit keine Lieferungen nach Russland vornehmen. Ich hoffe sehr, dass die Kriegsparteien – vor allem angesichts der menschlichen Tragödien – bald zu einen diplomatischen Lösungsweg finden.